Rückblickend vorausgeschaut

Jetzt habe ich also gewartet und gewartet. Dachte, der Weltuntergang verspätet sich vielleicht um ein paar Stunden. Möglicherweise auch um einen oder anderthalb Tage. Aber wenn man davon ausgeht, dass nicht-weiße Weihnachten und ein bisschen Föhnlage keinen Weltuntergang darstellen, wird er wohl auch nicht mehr kommen. Zeit für bisschen Reflektion. 

 

Ende des Jahres 2011 hatte ich sogar ein paar Vorsätze gefasst. Es waren sechs oder sieben Stichpunkte, von denen ich die meisten wieder vergessen hatte, sobald ich sie im Rudel gepostet hatte, aber drei sind mir im Gedächtnis geblieben:

 

- Abnehmen

- Non-HP schreiben

- wieder einen Sport finden, der mir Spaß macht

 

Komischerweise sind es auch die drei, die ich umgesetzt habe. Nicht in allen drei Dingen absichtlich, aber umgesetzt.

 

Fangen wir mit dem nicht ganz freiwilligen Punkt an. Das Abnehmen. Anfang des Jahres 2012 hatte ich noch einige Kilo mehr auf den Rippen. War nicht unbedingt toll, schon gar nicht für jemanden, der so kaputte Knie hat wie ich. Andererseits schmeckt's einfach zu gut. Zumindest manchmal. Und als Schokojunkie Disziplin aufzubringen, muss erst einmal gelernt werden. Ich verlor meinen Appetit radikal. Ende Mai fand ich meinen Kater - überfahren. Hätte nicht gedacht, dass mich das überhaupt mitnehmen würde, geschweige denn so erschüttern. War doch mein Lieblingssatz gewesen: "Es ist nur eine hässliche rote Katze." Ohne mein Wissen (und schon gar nicht mit meiner Zustimmung!) hatte sich diese hässliche rote Katze in mein Herz gestohlen. Und ein Stück davon starb mit ihm. So schnell kann's gehen.

Fazit: Ein Stück Seele wiegt 10 Kilo.

 

Non-HP schreiben. Damit hatte ich bereits 2011 angefangen, es war also nicht sonderlich schwer, einfach weiterzumachen. Jetzt bin ich Besitzer zweier fertiger Manuskripte und gerade ein wenig unentschlossen, welche meiner Ideen ich am besten verfolge. Es ist bestimmt nicht leicht, mit einer Schreibblockade zu leben, aber genauso schwer ist es, (zu) viele Ideen zu haben, die man selbst interessant findet.

 

Anfang des Jahres war ich außerordentlich frustriert. Alle Sportarten, die mich gereizt hätten, wurden so weit entfernt angeboten, dass es mich ein nicht zu kleines Vermögen an Sprit gekostet hätte, dort regelmäßig hinzufahren. Dass ich dann mit Laufen beginnen würde, hätte ich selbst nicht gedacht. Ich war nie ein Joggingfan, und es sollte nur eine Notlösung übergangsmäßig sein. Doch wie es scheint, habe ich alles richtig gemacht: So langsam angefangen, dass mir das Laufen nicht schwer fiel und vor allem mit so kurzen Strecken, dass nicht einmal jemand, der eine so schlechte Kondition hat wie ich (zu diesem Zeitpunkt), damit überfordert war. Tja. Was soll ich sagen. Es macht mir mittlerweile Spaß und ich musste mir vor wenigen Tagen neue Laufschuhe kaufen, weil die alten völlig hinüber waren. Dass sich meine Kondition explizit gebessert hat und ich mittlerweile in der Lage bin, gelegentlich mit dem Essen über die Stränge zu schlagen, ohne dass es meine Waage juckt, ist ein Bonus. Doch, gefällt mir.

 

War das schon alles Interessante in diesem Jahr? Natürlich nicht. Da ist schließlich immer noch mein Rudel. Und die sind einfach großartig. Egal, was passiert, egal, wie man sich fühlt, sie fangen einen auf. Eine tolle Truppe mit tollen Leuten. Ich gerate grundsätzlich ins Schwärmen, wenn ich an sie denke, aber ich schäme mich dafür nicht. Ehre, wem Ehre gebührt.

 

Herausheben möchte ich trotzdem zwei von ihnen. Meine Lieblingsschnecke (ll), die immer großzügig, herzlich und unglaublich witzig ist. Sie hat einen staubtrockenen Humor und die Fähigkeit, jedem das Gefühl zu vermitteln, etwas Einzigartiges, Besonderes zu sein. Ihre mentale Kraft reicht für den Rest der Welt und natürlich auch für mich. Ich nutze sie schamlos aus, doch beschwert hat sie sich nie. :)

 

Mein Illing. Sie ist mir so unglaublich ähnlich und (Zitat geklaut von besagtem Illing!) sieht das nicht einmal als Beleidigung. Da es nicht sonderlich einfach ist, mit mir auszukommen, und sie nicht nur einen stressigen Beruf hat, sondern sich zudem auch noch um sämtliche technischen und organisatorischen Belange des Rudels kümmert, ist es besonders herauszuheben, dass sie das auch noch auf einer täglichen Basis und gern tut.

 

Auf diese beiden kann ich mich jederzeit verlassen - und tue es auch. Ich weiß nicht, wo ich ohne sie stehen würde, aber definitiv würde es mir dabei nicht so gut gehen.

 

Ja, mir geht es gut. Ich bin glücklich verheiratet, habe das beste Rudel der Welt und Freunde, auf die ich bauen kann. Einer meiner Träume - die Veröffentlichung eines Buches -, ist dabei, wahr zu werden, und ich wüsste keinen Grund, warum ich nicht spätestens nächstes Jahr endlich mal den Lottojackpot knacken sollte. Es liegt bestimmt nicht daran, dass ich es nicht versuche.

 

Und jetzt der Jahresrückblick im Schnelldurchlauf:

 

Januar: Urlaub! Ein paar Tage Kultur in Wien. Puh! Ist nicht meine Stadt, gestehe ich. Alles viel zu wuchtig, zu erschlagend, zu ... k.u.k. Das Einzige, was mir wirklich gut gefallen hat, war das Haus des Meeres. Aber da könnte ich einziehen.

 

Februar: Fortsetzung des Urlaubs, allerdings im Bayerischen Wald. 14 Grad minus, viereinhalb Stunden unbewegliches Herumstehen vor dem Wolfsgehege. Hat mir phantastische Bilder beschert und Diego einen Schnupfen.

 

März: Der Frühlingsmonat meinte es recht zeitig gut mit uns. Brachte uns ziemlich viele warme Tage und für mich Bienen im Garten, damit ich etwas zum Fotografieren hatte. Und nicht zu vergessen: Die paarungswilligen Kröten im Zinneberger Weiher!

 

April: Na, der überraschte doch noch einmal mit 30 cm Schnee. Nicht, dass sich der lange gehalten hätte, aber immerhin. Und eines der Highlights des Jahres: Das FT in Hodenhagen. Dabei war nicht einmal der Safaripark die ultimative Sache, sondern eher der Wolfspark bei Verden. Das ist ganz in der Nähe von - haltet euch fest! -, Visselhövede. Wer das zehnmal schnell hintereinander aussprechen kann, ohne zu lachen, ist ein Held.

 

Mai: Der Wonnemonat enthält in meiner Erinnerung nicht allzuviel Positives. Zu erwähnen wäre höchstens noch das Pferderennen Ende Mai mit einem Gruppe-III-Rennen. Pakal - Black Arrow - Salon Soldier. Kostete mich mal wieder einige Drabbles, die ich noch schreiben muss.

 

Juni: Tripsdrill! Wohl der genialste Wildpark, der irgendwo in der Nähe existiert. Die weißen Wölfe haben Nachwuchs, die Füchse kommen an den Zaun, die Bären sind ebenfalls mit 3 Jungtieren gesegnet. Fotograf, was willst du mehr? Dass wir uns vorher das Musical "Rebecca" angeschaut haben, war nur noch das I-Tüpfelchen auf einem perfekten Wochenende.

 

Juli: Traditionell die Schliersee-Zeit. Wir fahren mindestens einmal um diese Jahreszeit hin, um zu sehen, wie es mit den Haubentauchern und anderen Wasservögeln steht. Gibt es Jungtiere? Wenn ja, wie entwickeln sie sich? Dieses Jahr sah es schlecht aus. Ein paar Enten mit Jungtieren, ein paar Blessrallen, Ende. Und die Schwäne schaffen es offensichtlich auch nie, ihren gesamten Nachwuchs durchzubringen.

 

August: Ritterfest in Amerang. Wie üblich unglaublich viel Gedränge und mehrere schöne Kampfshows. Obwohl sie im Jahr davor besser waren, aber das war ja kein Wunder. Immerhin hatte Ansgar der Wikinger das Sagen ... :) Meine Fähigkeiten im Armbrustschießen haben sich auch verschlechtert. Lag garantiert an der Armbrust.

 

September: Igelbabys im Garten! Gleich drei Stück. Vorsicht, Quietschgefahr! Die Jungs (ich behaupte einfach mal, dass es Jungs waren) sind so niedlich, dass es ein härteres Herz als das meine verlangt hätte, sich von ihnen zu trennen. Wirklich Angst kennen sie auch nicht und dankbar machen sie sich über das Katzenfutter her.

 

Oktober: Die Igelchen sind verschwunden - Kunststück. Nebenan wird gebaut, Einheimischenprojekt. Tag und Nacht wird gelärmt, gehämmert, gebohrt. So viel Stress geht nicht nur uns auf die Nerven. Und Urlaub auf Rügen! Ist um diese Jahreszeit eine geniale Angelegenheit. Es ist ziemlich kalt, die Touristenströme ziehen sich zurück und die Kraniche kommen! Hinfahren, ansehen, fotografieren!

 

November: NaNoWriMo. Was habe ich mir dabei gedacht? Nichts, offensichtlich. In 16 Tagen 52.000 Worte heruntergehackt und dann abgebrochen. Der Grund war so erfreulich wie simpel: Mein Manuskript des Jugendthrillers wurde akzeptiert. Hurra! Auf geht's mit einem Vertrag und verschiedenen zu klärenden Sachen.

 

Dezember: Beginnt mit heftigem Schnee und Kälte. Sturm kommt hinzu und ein Baum, der aufs Haus fällt. Gibt dem Begriff "Dachschaden" eine völlig neue Bedeutung. Wir haben Angst, aus dem Haus zu müssen, doch zum Glück sieht es schlimmer aus, als es ist. Viel schlimmer. Wie ein Kriegsgebiet. Zum Glück keine Toten, nur tote Äste und Ziegelsteine, die überall herumliegen. Der Weltuntergang lässt uns auch im Stich - dabei hatte ich so auf schöne Fotos gehofft. Na, man kann eben nicht alles haben.

 

Und jetzt? Was habe ich mir fürs nächste Jahr vorgenommen? Eigentlich bin ich völlig entspannt. Ich möchte, wenn's geht, auch mein zweites MS an den Mann (Verlag) bringen und am liebsten ein weiteres beenden. Ansonsten hoffe ich, dass im Rudel und bei denjenigen, die ich als meine Familie betrachte, alles bestens läuft. Apropos Laufen. Ich glaube, ich möchte nächstes Jahr einen Wettkampf mitmachen. Mal sehen, ob ich mich traue.

 

Und ihr? Was habt ihr im letzten Jahr erlebt? Was hat euch beeindruckt, mitgenommen, bestürzt, erfreut? Was habt ihr euch fürs nächste Jahr vorgenommen?

 

In diesem Sinne: Entspannte und entspannende Weihnachten, angenehme Festtage und einen guten Rutsch! Have fun!

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Kommentare: 2
  • #1

    glaedr (Montag, 24 Dezember 2012 12:56)

    Dir auch entspannte Weihnachten und einen guten Rutsch!
    Wenn ich so darüber nachdenke, stelle ich fest, dass dieses Jahr für mich ziemlich ereignislos war. Hm. Nun, wenn ich in etwas über einer Woche nach England fliege, wird sich das schon ändern.
    Hat jedenfalls Spaß gemacht, deinen Rückblick zu lesen!

  • #2

    apglonn (Montag, 24 Dezember 2012 13:11)

    Ich gestehe, dass ich mich auch eher an meinem Fotoarchiv entlang gehangelt habe, glaedr. Wenn ich einfach so drüber nachdenken müsste, was wann im Jahr passiert ist, würde ich auch nicht so genau wissen, wann was passiert ist. Und ich habe festgestellt, dass ich im September über die Igelchen ganz vergessen habe, das FT in Regensburg zu erwähnen - und das, obwohl ich da zum ersten Mal paddeln war und es überhaupt großen Spaß gemacht hat. ;)